Diverse Kriminalitätstheorien und -modelle standen im Vordergrund des Moduls „Devianz und soziale Kontrolle“ im Studiengang „Soziale Arbeit“ an der Fresenius Hochschule in Köln. Eine Hausarbeit sollte dieses Modul abschließen. Doch im Vorfeld sollten die Studierenden noch die Möglichkeit erhalten, anhand von Praxisbeispielen zu diskutieren und verschiedene Projekte, Initiativen und Maßnahmen kennenlernen, um die erworbenen theoretischen Ansätze damit abzugleichen. Dabei standen nicht nur Vorteile auf der Liste sondern auch Kritikpunkte an Maßnahmen waren durchaus erwünscht. „Kurve kriegen“ wurde ausgewählt, weil die Initiative gerade deshalb interessant erschien, inwieweit eine Stigmatisierung im Vorfeld bereits stattfindet oder welche Vorteile auch durch die Zusammenarbeit von Polizei und Pädagogik entstehen könnten.

So stellten sich Wolfgang Wendelmann vom Innenministerium und Jörg Cadsky als Pädagogische Fachkraft der Initiative aus Bonn den Fragen der Studierenden. Eine Präsentation der Initiative durfte an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. Wolfgang Wendelmann und Jörg Cadsky führten gemeinsam durch die Entstehung, fachliche Aufstellung und vor allem die guten Evaluationsergebnisse der kriminalpräventiven Initiative Kurve kriegen. Viele Fragen ließen sich bereits während der Präsentation klären. Trotzdem blieb die Fragestellung im Raum, warum dafür nicht andere Arbeitsfelder wie beispielsweise die Schulsozialarbeit zuständig wären. Die Antwort darauf war schnell gefunden. Die Initiative versteht sich als ein Partner im Netzwerk der Hilfsangebote und setzt auf eine frühe Hilfe. Das Erkennen von deviantem Verhalten steht dabei im Mittelpunkt und wird durch ein Screening von Straftaten bei der Polizei mit erkennbaren Risikofaktoren aus dem Umfeld eines möglichen zukünftigen Teilnehmers/einer Teilnehmerin verknüpft. So entstehen mitunter schnell Anhaltspunkte, die pädagogischen Fachkräfte der Initiative zu involvieren und nach Absprache mit den Familien die Hilfe und Unterstützung in die Wege zu leiten. Dabei spielt die Freiwilligkeit eine große Rolle. „Kurve kriegen“ ist für kriminalitätsgefährdete Kinder- und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren konzipiert.
Am Ende dieser Veranstaltung blieb eine positive Resonanz zum praxisnahen Einblick in die Initiative im Raum. Der Dialog mit Studierenden der „Sozialen Arbeit“ bot auch uns die Möglichkeit eines Abgleichs zu den Ansätzen der kriminalpräventiven Ausrichtung der Initiative „Kurve kriegen“.

Herzlichen Dank für diese Gelegenheit!

Jörg Cadsky

Pädagogische Fachkraft am "Kurve kriegen"-Standort Bonn