Unser kriminalpräventiv ausgerichtetes Programm verfolgt seit 2011 den Ansatz stark auffällige, kriminalitätsgefährdete Kinder und Jugendliche wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Dabei arbeiten wir im Team der Polizei mit pädagogischen Fachkräften von freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe eng, aber rollentreu zusammen. In dieser Form ist das in Deutschland einzigartig.

Hier die wichtigsten Gründe:

  • Ein frühzeitiges Erkennen besonderer Kriminalitätsgefährdung (ab 8 Jahren) in Verbindung mit einem umfassenden und standardisierten Risikoscreening durch Polizei und Pädagogik. Spätestens alle acht Wochen erfolgt eine erneute Prüfung und Betrachtung der Notwendigkeit und Zielerreichung (mit jedem Teilnehmenden sind bis zu fünf individuelle Ziele auf Basis des Goal Attainment Scaling vereinbart).
  • Zusammenarbeit von multiprofessionellen Fachkräfteteams aus erfahrenen Kriminalbeamten und  erfahrenen pädagogischen Fachkräften auf Basis von Standards, Qualitätsentwicklungsdialogen und Fortbildungsveranstaltungen/Klausurtagungen der Fachkräfte. Einbeziehung neuster Erkenntnisse aus Praxis und Wissenschaft, u. a. Evaluationen.
  • Echte, verbindende Netzwerkarbeit mit Schulen, Jugendämtern und anderen Verantwortungsträgern vor Ort um Redundanzen und „Nebeneinanderherarbeiten“ zu verhindern.
  • Individuelle und passgenaue Maßnahmen mit einem hinterlegten Ziel, Beispiele: Kompetenztrainings (z.B. Coolnesstrainings oder Elterncoachings), integrative Angebote (z. B. Lernhilfe-/Förderung, Sprach- und Sportkurse), freizeitpädagogische Angebote (z.B. Sportangebote, Musik- und Tanztraining, Reittherapie) und weitere wie z. B. Sucht- oder Schuldenberatung. Einbeziehung und Partizipation der Teilnehmenden und ihren Familien und Ausrichtung an deren Ressourcen, Talenten und Fähigkeiten mit Orientierung „Aufbau von Schutzfaktoren“.
  • Finanzierung durch das Land Nordrhein-Westfalen.

Bei all dem sind die entstehenden Kosten pro Teilnehmenden relativ gering (ca. 13.000 € pro Jahr a. i.). Das heißt für alle, die sich mit dem Thema Jugendkriminalität, Kriminalprävention und Opfervermeidung befassen, dass es sich lohnt, „Kurve kriegen“ einmal im Sinne von BEST PRACTISE zu betrachten.