In Mönchengladbach arbeiten die pädagogischen Fachkräfte mit diesem wirkungsvollen Ansatz. Im Juli fand diese intensive Arbeit mit sechs Teilnehmenden in der Jugendherberge Wegberg statt und war der Abschluss eines sechsmonatigen sozialen Trainingskurses. Ziel war die Erstellung eines Genogramms und einer Timeline, die jeder erst für sich aufstellte und die dabei gemeinsam besprochen wurden.
Der Begriff Biografie setzt sich aus dem griechischen bios (Leben) und gráphein (schreiben, zeichnen, darstellen) zusammen und bedeutet in der pädagogischen Arbeit „Lebensbeschreibung“.
Ziel der Biografiearbeit ist das Verstehen der eigenen Lebensgeschichte, die Annahme dieser und darüber Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und zum persönlichen Wachstum umzusetzen. So werden Erinnerungen an die Vergangenheit in die Gegenwart mit Blick auf eine mögliche Zukunft einbezogen und zusammen mit den Fachkräften Madeleine Geraths und Fabrice Kaiser professionell reflektiert.
Konkret rekonstruierten die Teilnehmenden ihre Vergangenheit, bewerteten sie und beantworteten für sich die Frage, was sie daraus gelernt haben oder noch lernen können. Am Ende stand ein persönliches Resümee, welchen Einfluss die Lebensgeschichte auf das heutige Leben im hier und jetzt hat und wie anstehende Aufgaben bewältigt werden können. Anschließend richtete sich der Blick auf die Zukunft und eigene Lebensplanung. Fragen wie: „Was zeigt mir die Erkenntnis für die Zukunft? Wie kann ich vorwärts gehen und das Leben positiv meistern?“, standen dabei im Mittelpunkt.
Es waren intensive Tage, die für alle anstrengend, aber auch gewinnbringend waren und tiefe Einblicke in die eigene Persönlichkeit zuliessen. Auf der Basis dieser Erkenntnisse kann jeder für sich weiterarbeiten und seine Zukunft mitgestalten.