Ein Bericht aus dem „Kurve kriegen“-Standort Mettmann

„Ich habe mit ca. 11 oder 12 Jahren angefangen Scheiße zu bauen. Ab dem 13. Lebensjahr habe ich Drogen konsumiert. In der Schule war ich nicht so besonders gut, man sagte mir, ich hätte eine Lernschwäche. Außerdem wurde auch des Öfteren angedeutet, ich hätte ADHS, aber das wurde nie bestätigt.“ So reflektiert eine Teilnehmerin die Zeit vor ihrer Teilnahme an „Kurve kriegen“. Ihr Weg ging vom Ladendiebstahl über Drogenkonsum bis hin zu Wohnungseinbrüchen, Körperverletzungen und Raub.

Sie nahm das Angebot zur freiwilligen Teilnahme an „Kurve kriegen“ an und nutzte so die Chance auf ein Leben ohne Kriminalität. „Die Familie hatte sich selbst eigentlich schon aufgegeben, durch unseren Anstoß und die kontinuierliche und individuelle Begleitung konnte die Teilnehmerin sich darauf einlassen, den Weg aus der Kriminalität zu gehen“, so Petra Bräcklein, pädagogische Fachkraft der Caritas am „Kurve kriegen“-Standort Mettmann. „Wir suchen individuelle Maßnahmen und den passenden Ansatz für jede Familie. Hier konnte vor allem der personenzentrierte Ansatz nach Carl Rogers hervorragend helfen“.

„Man hatte sehr viel Geduld mit mir“, beschreibt die Teilnehmerin die „Kurve kriegen“-Zeit. „Egal was war, die PFK hat immer unglaublich viel mit mir geredet, hat mich nicht aufgegeben. […] Ich habe gemeinsam mit der PFK einen Weg gefunden, die PFK hat sich quasi auf meine Art und auch auf die […] [von meiner Familie] eingelassen.“

Auch der polizeiliche Ansprechpartner am „Kurve kriegen“-Standort Mettmann, Bernd Hildebrand, begleitete die Teilnahme fortwährend. Das anfängliche „auf und ab“ zeigte sich im täglichen Screening nach kriminalpolizeilichen Ereignissen der Teilnehmerin. „Sie war so tief unten, dass sie da herausgekommen ist, ist eine enorme Leistung,“ so der Kriminalhauptkommissar.