V. l. n. r.: Kirsten Maesch (PFK), Karoline Krosse (PFK), Dr. Stefan Kühn (Sozialdezernent, Wuppertal), Markus Röhrl (Polizeipräsident Wuppertal), Jan Welzel (Ordnungsdezernent, Solingen), Barabara Reul-Nocke (Ordnungsdezernentin, Remscheid), Andreas Bredemeier (PAP)

„Die ersten Erfahrungen mit „Kurve kriegen“ sind für die Polizei sehr positiv“, so Markus Röhrl, Polizeipräsident der Kreispolizeibehörde Wuppertal.
Röhrl ist angetan von der Initiative und insbesondere dem Ansatz Polizei, Sozialarbeit und Jugendhilfe enger zu verbinden. Bereits sechs Kinder im Alter von neun bis vierzehn Jahren konnten in den ersten Wochen des Wirkbetriebs aufgenommen werden.

Wir müssen den Fokus auf die schwierigsten Fälle legen und dabei neben den registrierten Auffälligkeiten auch die Risikofaktoren berücksichtigen. So kann das Fachkräfteteam die pädagogischen Maßnahmen auswählen, die dazu beitragen, dass Kinder langfristig eine Perspektive für ihr Leben entwickeln.

Markus Röhrl

Polizeipräsident Wuppertal

Es ist eine spannende Aufgabe, die das Team aus Polizei und Pädagogik durch „Kurve kriegen“ erhalten hat, denn mit Kindern und Jugendlichen wird auf freiwilliger Basis der Weg aus der Kriminalität erarbeitet. Die Rollenklarheit der Fachkräfte ist dabei ein wichtiger Aspekt der Arbeit.

Michael Haase

Leiter KK KPO Wuppertal

Der gute Ruf

Dass es „Kurve kriegen“ nun auch im Bereich des Polizeipräsidiums Wuppertal gibt, hat sich bereits herumgesprochen. „Kollegen der Schutzpolizei und der Kriminalkommissariate“, so der polizeiliche Ansprechpartner Kriminalhauptkommissar Ralf Weidner, „aber auch Staatsanwaltschaft und Jugendämter sprechen uns auf mögliche Teilnehmende an und weisen uns auf Problemlagen hin.“

Abgestimmte, zielgruppenorientiert, koordiniert

Kooperationsvereinbarungen zwischen der Kreispolizeibehörde Wuppertal und den drei Städten Wuppertal, Remscheid und Solingen unterstreichen die abgestimmte, zielgruppenorientierte und koordinierte Zusammenarbeit von Polizei und Jugendamt. So können kriminalitätsgefährdete Kinder und Jugendliche vor einem dauerhaften Abgleiten in die Kriminalität bewahrt werden, mithin weiteren Straftaten vorgebeugt und Opfer verhindert werden. Natürlich immer unter Beachtung des Datenschutzes. Denn erst durch eine freiwillige Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten von Teilnehmenden wird die Datenweitergabe im Einzelfall möglich.

Wir haben bereits in anderen Bereichen gute Erfahrungen mit der Kooperation von Jugendhilfe und Polizei. Daher sind wir froh, dass wir nun auch im Rahmen von „Kurve kriegen“ die Vorteile der Zusammenarbeit nutzen und so die Verfestigung von kriminellem Verhalten verhindern können. Das bedeutet strukturierte und abgestimmte Absprachen sowie konkrete und einheitliche Ansprachen.

Dr. Stefan Kühn

Sozialdezernent der Stadt Wuppertal

Das frühzeitige Eingreifen und genau dahin zu sehen, wo etwas aus dem Ruder läuft, das ist der richtige Ansatz. Dass Polizei und Pädagogik dabei eine Sprache finden und an einem Strang ziehen, macht „Kurve kriegen“ aus.

Jan Welzel

Ordnungsdezernent der Stadt Solingen

Aufgrund unserer Beobachtungen und Erfahrungen sehen wir den Bedarf für „Kurve kriegen“. Bei der Verhinderung von Jugendkriminalität Professionen zu kombinieren, ist zielführend und der richtige Weg.

Barbara Reul-Nocke

Ordnungsdezernentin der Stadt Remscheid

Ein starkes Team

„Nach dem ersten gegenseitigen Beschnuppern“, so Karoline Krosse, pädagogische Fachkraft der Initiative „Kurve kriegen“ in Wuppertal, „wurde bei den beteiligten Personen schnell deutlich, dass ein großes Verständnis für die Arbeitsinhalte und die Arbeitsweise der jeweils anderen vorhanden ist.“ Kirsten Maesch, ebenfalls pädagogische Fachkraft im Wuppertaler „Kurve kriegen“-Team ergänzt: „Wir schätzen vor allem den vertrauensvollen Umgang miteinander.“ „Aktuell bauen wir einen Baukasten auf“, beschreiben die beiden pädagogischen Fachkräfte ihre ersten Wochen in der Arbeit für Kurve kriegen „in welchem diverse Jugendhilfeträger mit speziellen Angeboten wie etwa Coolness-, Anti-Aggressions- und Sozialkompetenztrainings, aber auch Elternberatung hinterlegt sind. Auf diese pädagogischen Maßnahmen kann individuell dem Bedarf des einzelnen Teilnehmenden entsprechend zurückgegriffen werden.“

Die Polizeilichen Ansprechpartner Weidner und Kriminalhauptkommissar Andreas Bredemeier komplettieren das multiprofessionelle Fachkräfteteam. „Wir sind mit den verschiedenen Jugendhilfeträgern aus allen drei Städten im regelmäßigen Austausch.  Zum einen um die Initiative vorzustellen, zum anderen, um Kooperationen zu besprechen und zu vereinbaren. Natürlich wurden auch Gespräche mit den zuständigen Jugendgerichtshilfen und Jugendämtern des bergischen Städtedreiecks geführt“, berichtet Weidner. „Um den kriminalpräventiven Ansatz der Initiative zu verfolgen und so Intensivtatverdächtige zu verhindern“, so Bredemeier weiter, „wählen wir die potentiellen Teilnehmenden mithilfe eines umfangreichen polizeilichen Screenings aus, bevor wir die Familien zum ersten Mal besuchen. Mit tatkräftiger Unterstützung unter anderem aus den „Kurve kriegen“-Standorten Düsseldorf und Bochum, gelang die Einarbeitung schnell. Wir danken den Kollegen für ihre Unterstützung.“

„Wir freuen uns auf die weitere Arbeit für die Initiative“, da ist sich das Fachkräfteteam Wuppertal einig, „denn Kurve kriegen ist ein Gewinn für unsere Region.“