Eine verantwortungsvolle und anspruchsvolle Aufgabe

Die polizeiliche Ansprechpartnerin Anja Sürth (Kriminalhauptkommissarin) koordiniert „Kurve kriegen“ am Standort Bielefeld. Dabei bringt sie verschiedenen Aufgaben und Professionen unter einen Hut. Im Austausch mit Kriminalhauptkommissar Wilhelm Korte von der Jugendsachbearbeitung sondiert sie in einem ersten Screeningverfahren mögliche Teilnehmende für das Programm, spricht mit den Eltern sowie den potentiellen Teilnehmenden und stimmt das weitere Verfahren mit den pädagogischen Fachkräften der Initiative und dem Jugendamt der Stadt Bielefeld intensiv ab. Eine verantwortungsvolle und anspruchsvolle Aufgabe, die die erfahrene Kriminalbeamtin da erfüllt.
Kurve kriegen ist durch die besonders gute Zusammenarbeit im städtischen Netzwerk zu einem wichtigen Teil der Kriminalprävention und der Kinder- und Jugendarbeit geworden. Es ist und bleibt wichtig, sich regelmäßig mit allen Akteuren auszutauschen, um die bestmögliche Hilfe für unsere Teilnehmer zu ermöglichen.“ Tobias Fork

Pädagogische Fachkraft

„Nach meinen Erfahrungen in der Bearbeitung von Jugendstrafverfahren ist das Konzept „Kurve kriegen“ für mich deshalb so sinnvoll, weil wir jetzt früher mit den gefährdeten jungen Menschen arbeiten können und nicht erst mit der Strafmündigkeit starten“, erklärt Sürth. „Das Jugendgerichtsgesetz ist in einem Strafverfahren für die Jugendlichen selbst schwer begreifbar und letztlich auch nicht real genug. Jugendliche gehen oft davon aus, dass dort nichts passiert, die Verfahren ja ohnehin von der Staatsanwaltschaft eingestellt werden. Die Jugendhaftstrafe ist am Ende für viele eine böse Überraschung. Aus Sicht der Jugendsachbearbeitung und der pädagogischen Jugendhilfe kein Erfolgsziel! Eltern haben ein offenes Ohr für das Programm „Kurve kriegen“, da es nicht um Sanktionen geht, die bestenfalls ihr Versagen manifestieren, sondern um Unterstützung mit Aussicht auf Konfliktlösungen im gesamten familiären Umfeld. Hier werden Brücken zum Jugendamt geschlagen. Familien öffnen sich, wo sie zuvor gar keine Hilfe erwartet und diese auch nicht von sich aus angeregt hätten. Damit funktioniert Zusammenarbeit von Polizei und Jugendhilfe nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis.“

Kurve kriegen stellt mit seinen flexiblen Möglichkeiten eine sinnvolle Ergänzung zu den Maßnahmen der Jugendhilfe dar. Auf diese Weise kann den Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ein differenziertes und dem individuellen Bedarf angepasstes Unterstützungsangebot unterbreitet werden.“ Daniel Stänicke

Jugendgerichtshilfe Bielefeld

Ein Bild sagt manchmal mehr als tausend Worte – Kooperationspartner in Bielefeld

(v. l. n. r. Wilhelm Korte, Daniel Stänicke, Tobias Fork, Marc Hagelmann, Anja Sürth, Hendrik Bösch)

„Im Rahmen von Kurve kriegen ziehen viele Kooperationspartner an einem Strang. So können jungen Menschen in vielfacher Hinsicht neue Perspektiven aufgezeigt werden. Die Motivation aller Beteiligten ist unheimlich hoch. Das spiegelt sich dann auch in den Erfolgen wider, wenn die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach professioneller Betreuung aus dem Programm entlassen werden können.“ Hendrik Bösch

Kriminalrat und Standortleiter für Kurve kriegen in Bielefeld

„Es ist ein gutes Gefühl, wenn man fragenden Eltern bereits in der Vernehmung, bzw. Anhörung Hilfe anbieten und einen konkreten Ansprechpartner benennen kann, der sich kurzfristig für die delinquenten Kinder und Jugendlichen einsetzt.“ Wilhelm Korte

Kriminalhauptkommissar

Auch die anderen Verantwortlichen stehen hinter „Kurve kriegen“, das in der Region Bielefeld schon seit 2011umgesetzt wird. Auch die anderen Verantwortlichen stehen hinter „Kurve kriegen“, das in der Region Bielefeld schon seit 2011umgesetzt wird.