150 Studierende beim Bundeskriminalamt hörten am 13.12.2019 interessiert zu, als „Kurve kriegen“ vorgestellt wurde. Das provokante Eingangsstatement von Jörg K. Unkrig und Wolfgang Wendelmann (beide Innenministerium NRW) lautete:

Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte…

Kein aktuelles Statement, keine aktuelle Erkenntnis, sondern frei nach einem Ausspruch, den der griechische Philosoph Sokrates bereits vor Christi Geburt getätigt haben soll.
Also seit Jahrhunderten nichts Neues? Ja und nein.
Was den allgemeinen und normalen Hang von Jugendlichen, während ihrer Entwicklung zum Erwachsenen Grenzen zu überschreiten angeht, ist das zweifelsohne richtig, denn das ist es, worüber der gute Sokrates sich echauffierte und das wird auch in tausend Jahren noch Aufreger sein. Was aber die nachhaltige Verhinderung von eskalierten kriminellen Vitae angeht, so genannten „Intensivtätern“, da sind wir in NRW einen gewaltigen Schritt weiter. Unsere Antwort darauf ist „Kurve kriegen“ und das stellten die beiden Referenten den Zuhörenden in zwei kurzweiligen Referaten sehr plastisch vor.  Eine der Kernaussagen: Einmal gut aufgestellt ist nicht für immer gut. Es geht bei der Bearbeitung dieser komplexen Problematik auch darum, immer auf der Höhe der Zeit zu sein, sich verändernden Rahmenbedingungen zu stellen und neue Erkenntnisse einzuweben. Deshalb hat „Kurve kriegen“ sich lernend aufgestellt, greift Innovationen und Impulse auf und geht immer wieder in die Diskussion mit Fachleuten unterschiedlicher Professionen. Zu denen gehören auch die angehenden Fachleute, in diesem Fall die anwesenden zukünftigen Polizistinnen und Polizisten. Natürlich bot sich auch ihnen am Ende des Vortrages ausreichend Gelegenheit, ihre Fragen und Anregungen loszuwerden und damit trugen auch sie wieder ein Stück zur Weiterentwicklung der Initiative bei. Am Ende der Veranstaltung zogen Unkrig und Wendelmann ein positives Fazit:
„Solche Veranstaltungen sind für uns immer eine Win-Win-Situation. Einerseits ermöglichen wir einen konkreten, praxisnahen Einblick in die wirksame kriminalpräventive Arbeit der Polizei NRW und unserer pädagogischen Fachkräfte, anderseits nehmen wir aus den Fragen und Hinweisen der jungen Studierenden wichtige Impulse zur Weiterentwicklung mit“.