Das NRW-Präventionsprojekt „Kurve kriegen“ wird es ab diesem Sommer an elf weiteren Standorten geben. „Das Projekt wirkt frühzeitig und gezielt Kinder- und Jugendkriminalität entgegen. Und es ist wirtschaftlich“, sagte Innenminister Ralf Jäger. Eine von der Landesregierung in Auftrag gegebene Studie der Prognos AG fand jetzt heraus, dass 40 Prozent der Teilnehmer nicht mehr straffällig wurden, nachdem sie das Programm durchlaufen hatten.

Jedem in „Kurve kriegen“ investierten Euro, so die Studie weiter, stehe ein Nettonutzen von bis zu zehn Euro gegenüber. Dieser Nutzen besteht in ersparten sozialen Folgekosten. Etwa für Erziehungshilfe, Haft und Resozialisierung. Denn die volkswirtschaftlichen Kosten, die ein jugendlicher Intensivtäter im Alter von 14 bis 25 Jahren verursacht, liegen laut der Studie bei rund 1,7 Millionen Euro.

„Eindrucksvolle Zahlen, keine Frage. Der Erfolg von ,Kurve kriegen‘ ist aber nicht in erster Linie ein wirtschaftlicher. Sondern ein gesellschaftlicher“, betonte Jäger. „Denn wir verhindern, dass diese Mädchen und Jungen ihre Opfer weiter verprügeln, ausrauben oder erpressen.“

Jetzt entstehen auch in Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Mettmann, Mönchengladbach, Münster, Oberhausen, Paderborn und im Ennepe-Ruhr-Kreis „Kurve kriegen“-Standorte. Das bedeutet, dass an jedem dieser Orte künftig pädagogische Fachkräfte direkt in den Polizeidienststellen gemeinsam mit den Beamten dafür arbeiten, dass junge Menschen nicht endgültig in die Kriminalität abrutschen.

Seit 2011 setzt die Landesregierung auf das Konzept. Bislang gibt es acht Standorte in Aachen, Bielefeld, Dortmund, Duisburg, Hagen, Köln, Wesel und im Rhein-Erft-Kreis.

Die Studie finden Sie hier: Zur Studie