100 Tage „Kurve kriegen“ in Recklinghausen – vom Auftakt zum Rhythmus des Alltags

„Zu Beginn hatte ich die Metapher im Kopf, mit einer neuen Band ,durchzustarten’“, so Bohm (Arbeiterwohlfahrt Münsterland-Recklinghausen), pädagogische Fachkraft in Recklinghausen und passionierter Musiker. „Dieses Bild hat sich für mich etabliert. Durch das Zusammenspiel unserer Instrumente, also unserer Fähigkeiten, beruflicher Kenntnisse und Möglichkeiten, vorhandener Netzwerke sowie persönlicher Interessen und Ideen wurden wir schnell zu einem wirklich starken, gut eingespielten Team.“
Die Fachkräfte in Recklinghausen sind gut in die Arbeit für „Kurve kriegen“ gestartet. Polizeilicher Ansprechpartner Thomas Kranjc und Stefan Bohm konnten bereits sieben Kinder und Jugendliche in die Initiative aufnehmen. Gerade dort zu helfen, wo das Leben erheblich „aus dem Takt“ gekommen ist, wo viele Risikofaktoren die Entwicklung belasten und gefährden, das ist ein wichtiges Ziel der Initiative.
Das Netzwerk des Teams Recklinghausen wurde dazu engagiert und schnell aufgebaut sowie vorhandene Ressourcen sinnvoll genutzt.

„Wir müssen einander nichts vormachen – wir sprechen Klartext.“

„Viele der Kinder, mit denen ich bisher zu tun hatte, hatten schon oft Kontakte zur Jugendhilfe, sodass sie genau wissen, was unser Berufsstand gerne hören möchte“, so Bohm. „Mit der Wahrheit nehmen sie es dabei oft nicht so genau. Bei unseren Teilnehmenden der Initiative ist das anders. Durch den regelmäßigen Informationsaustausch mit der Polizei wissen wir, was wirklich Sache ist. Die Möglichkeiten uns etwas vorzumachen, sind enorm reduziert, sodass einfach ,ehrlicher‘, direkter und vor allen Dingen schneller miteinander gearbeitet werden kann. In der Praxis vertrauen mir die Kinder und Jugendlichen so meist schneller, als dass sie auf Distanz gehen.“

Ein Hauptgewinn

Das Team Recklinghausen schätzt die Vernetzung innerhalb der Initiative! – „Ein Hauptgewinn“, so Thomas Kranjc, der langjährige Erfahrung mit auffälligen Kindern hat.
Das Fachkräfteteam ist sich einig: „Wir sind froh darüber und auch stolz darauf, ein Teil der Initiative „Kurve kriegen“ zu sein, da wir nach den ersten 100 Tagen deutlich spüren, wie effektiv das Konzept hinter der Initiative ist. Das Zusammenspiel von Polizei und Pädagogik ist für uns ganz klar der richtige Weg.“