Kurve Kriegen
Aktiv gegen Jugendkriminalität

Die NRW-Initiative Evaluationsbericht

Die Initiative

Kurve Kriegen ist eine Initiative, die kriminalitätsgefährdeten Kindern und Jugendlichen Wege aus der Kriminalität zeigt

Sie sind noch jung und doch schon auf dem Weg zu einer kriminellen Karriere: Jugendliche Mehrfachtäter. Bevor die Spirale sich endgültig abwärts dreht, beugt die nordrhein-westfälische Polizei mit einem neuen Programm vor: „Kurve kriegen“ zeigt den Weg aus der Kriminalität. Dabei geht die Polizei neue Wege, um Betroffene und Fachleute einzubinden.

„Kurve kriegen“ wurde im Ministerium für Inneres und Kommunales auf Grundlage der Erkenntnisse der Enquetekommission Prävention zur Erarbeitung von Empfehlungen für eine effektive Präventionspolitik entwickelt. „Kurve kriegen“ wirkt und reduziert Kriminalität. Das ist auch wissenschaftlich bestätigt worden.

Wie kann man gefährdeten Kindern und Jugendlichen eine neue Perspektive geben?

Das ist unser Konzept

Aus einigen Kindern und Jugendlichen, die der Polizei schon früh durch Straftaten auffallen, werden Intensivtäter, die ein hohes Gewaltpotential haben und sehr viele rechtswidrige Taten begehen.

Kinder und Jugendliche sind vor einem dauerhaften Abgleiten in die Kriminalität bewahrt – die Anzahl der von Kindern und Jugendlichen begangenen rechtswidrigen Taten ist verringert. Das bedeutet auch, dass es weniger Opfer gibt.

Die Polizei hat den Auftrag, Straftaten zu verhüten und somit die Pflicht, kriminalpräventiv zu handeln. Man kann die Zahl der jugendlichen Mehrfachtäter und somit die hohe Anzahl von rechtswidrigen Taten sowie insbesondere Opferzahlen senken, wenn man sich frühzeitig und zielgerichtet um die jungen Täter kümmert.

Kinder und Jugendliche im Alter von 8-15 Jahren, die mindestens ein Gewaltdelikt oder drei Eigentumsdelikte begangen haben und deren Lebensumstände von so vielen Problemen belastet sind, dass ein dauerhaftes Abgleiten in die Kriminalität droht.

„Kurve kriegen“ wurde im Ministerium für Inneres und Kommunales auf Grundlage der Erkenntnisse der Enquetekommission „Prävention“ zur Erarbeitung von Empfehlungen für eine effektive Präventionspolitik entwickelt. Sie basiert auf fünf Maßnahmen:

1. Frühzeitiges Erkennen besonderer Kriminalitätsgefährdung

Durch ein neues und standardisiertes Risikoscreening von Polizei und pädagogischen Fachkräften werden die besonders kriminalitätsgefährdeten Kinder und jungen Jugendlichen sondiert. Der frühe und individuelle Ansatz verhindert aus polizeilicher Sicht Kriminalität und zahlreiche weitere Opfer und ist aus pädagogischer Sicht besonders sinnvoll, um die notwendigen Verhaltensänderungen herbeizuführen. 

2. Kompetente multiprofessionelle Fachkräfteteams

Pädagogische Fachkräfte von Freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sind mittels Dienstverträgen in die Arbeit der Polizei eingebunden. Sie sind hochqualifiziert und erfahren im Umgang mit der Zielgruppe. Sie haben ihren Arbeitsplatz in den Polizeibehörden. Dort steht ihnen ein kompetenter und erfahrener Kriminalbeamter als Teampartner zur Seite. Ein Konzept, dass sich bewährt hat. Kurze Wege und ein schneller Austausch sind so jederzeit gewährleistet. Die pädagogische Fachkraft ist tagesaktuell über die Teilnehmer informiert und kann flexibel auf Veränderungen, z. B. neue Taten, reagieren.

3. Gemeinsame und verbindende Netzwerkarbeit

Die pädagogischen Fachkräfte fungieren als Bindeglied zum Jugendamt und weiteren Kooperationspartnern wie z. B. Schulen. Sie koordinieren die Netzwerkarbeit und erstellen unter Berücksichtigung aller Aspekte, z. B. Planungen und Anregungen des Jugendamtes, ein passgenaues kriminalpräventiv wirkendes Angebot für die Kinder, Jugendlichen und deren Familien.

4. Ein Baukasten für individuelle Maßnahmen

Die pädagogischen Fachkräfte schöpfen aus einem reichhaltigen Angebot lokaler Anbieter. Damit steht ihnen ein umfangreicher so genannter Baukasten an Maßnahmen zur Verfügung, der aus Elementen wie Kompetenztrainings (z.B. Coolnesstrainings oder Elterncoachings), integrativen Angeboten (z. B. Lernhilfe, Sprach- und Sportkurse), freizeitpädagogische Angeboten und weiteren wie z. B.  Sucht- oder Schuldenberatung besteht. Wichtig dabei: Auf die Passung kommt es an! In manchen Fällen helfen bereits einzelne Maßnahmen, in anderen orchestriert die pädagogische Fachkraft ein ganzes Bündel solcher Hilfen.

5. Finanzielle Beteiligung des Landes

Die Prävention von Jugendkriminalität steht in einem besonderem Landesinteresse, daher werden die Kosten für die pädagogischen Fachkräfte vollständig sowie die Maßnahmenkosten bis auf wenige Ausnahmen vollständig durch das Land NRW getragen.
Das Konzept im Detail  Studie zu 'Kurve kriegen'

Einige Zahlen zu „Kurve kriegen“.

19
Behörden
40%
der Teilnehmer werden nach erfolgreichem Durchlauf des Programms nicht mehr straffällig
61
Millionen Euro ersparte Folgekosten
10€
Nettonutzen je eingesetztem Euro im Optimalfall
Ralf_Jaeger_Pressefoto_klein 

Prof. Dr. Bliesener über „Kurve kriegen“

 

Den ausführlichen Evaluationsbericht der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Evaluationsleiter: Prof. Dr. Thomas Bliesener) finden Sie hier:

Evaluationsbericht

Vor Ort

Die NRW Initiative „Kurve kriegen“ zur Verhinderung von Jugendkriminalität ist mittlerweile bereits in 19 Kreispolizeibehörden ein fester Bestandteil der kriminalpräventiven Arbeit. Die Polizei, freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Kommunen arbeiten in dieser bundesweit einmaligen Initiative eng zusammen.

Aachen

Aachen

Bielefeld

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Bochum

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Bonn

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Dortmund

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Duisburg

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Düsseldorf

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Ennepe-Ruhr-Kreis

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Essen

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Gelsenkirchen

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Hagen

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Köln

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Mettmann

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Mönchengladbach

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Münster

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Oberhausen

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Paderborn

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Rhein-Erft-Kreis

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Wesel

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Leitender Kriminaldirektor Dieter Schürmann im Auftrag des MIK NRW, Foto: Jochen Tack 

Leitung der Initiative

Die Leitung der NRW-Initiative „Kurve kriegen“ hat ihren Sitz im Düsseldorfer Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen und ist dort dem Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann in der Stabsstelle Prävention Jugendkriminalität seit dem 01.10.2016 zugeordnet.

v.l.nr.: Ulrich Rockenbach, Minister Ralf Jäger, Heike Pohlmann, Wolfgang Wendelmann, Manuela Füchtler, Jörg Unkrig

 

 

Kontakt

Friedrichstraße 62, 40217 Düsseldorf

0211 871 3313 
spj@mik.nrw.de

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